Reichtum an Bodenschätzen

Der weitaus größte Teil des südsudanesischen Mineral- und Ölreichtums ist noch nicht erschlossen. Mehrere internationale Investoren-Gruppen sind jedoch schon in den größten Exportbranchen des Südsudan engagiert. Mit der Unabhängigkeit und der Aufhebung der Sanktionen sind neue Chancen für investitionsinteressierte Öl- Explorations- und Produktionsunternehmen mit der Aussicht auf eine Erweiterung der geschäftlichen Aktivitäten und der Entdeckung und Nutzung weiterer Bodenschätze entstanden:

1. Entwicklung lokaler Raffinerien und Tanklager-Kapazitäten,
2. Öl- und Gas-Exploration und Produktion: weniger als 50 % er vermuteten Erdölreserven derzeit genutzt,
3. Aufbau von Öl- und Gas-Raffinerien sowie Öl-Pipelines mit Verbindungen zu den Nachbarländern (Kenia, Uganda, Äthiopien).

Geologische Studien und Prospektion haben gezeigt, dass der Südsudan über erhebliche Vorkommen an unterschiedlichen mineralischen Eisen- und Nichteisenmetallen wie Gold, Eisen, Uran, Kupfer, Kalkstein, Marmor, Granit, Chrom, Zink, Wolfram, Glimmer und Magnetit verfügt, ebenso über Diamanten und Edelsteine, Erdöl und andere Chemikalien.

Agrarwirtschaft als unverzichtbares Standbein

Traditionell war und ist die südsudanesische Wirtschaft durch die Landwirtschaft geprägt. Reichlich vorhandenes Wasser und Land sowie eine massive, ungedeckte lokale und regionale Nachfrage schaffen in vielen Bereichen der Land- und Fischwirtschaft, Viehzucht und Forstwirtschaft hervorragende Möglichkeiten zur weiteren Entwicklung des Landes. Einige Beispiele und Zahlen mögen dies verdeutlichen:

• Mindestens 30 Millionen Hektar Land sind anbaufähiges Ackerland, doch nur weniger als 5% der agrarisch nutzbaren Fläche werden auch tatsächlich genutzt. Der größte Teil besteht aus flachem Schwemmland und sanften Hügeln.

• Der Nil und andere Flüsse bieten eine der größten Möglichkeiten weltweit erneuerbarer Wasserressourcen.

• Niederschläge von 500 mm bis 2000 mm pro Jahr ermöglichen eine extensive Landwirtschaft. Dank einer intensiven Sonnenstrahlung in einigen Gebieten wie etwa dem „Grüngürtel“ sind zwei Ernten pro Jahr möglich.

• Lokaler und regionaler Markt: Einfuhr von Lebensmitteln im Wert von jährlich mehr als $ 100 Millionen.

• 6 Nachbarländer mit einer Gesamtbevölkerung von über 250 Millionen
Menschen, die für mehr als $ 4,5 Milliarden an Lebensmitteln und sonstigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen einführen.

Daher haben Agrarwirtschaft und Ernährungssicherheit für die Regierung in Juba höchste Priorität. Anleger können öffentliche und private Grundstücke bis zu 99 Jahren leasen. Außerdem gibt es Duty-Free-Importe und Steuervergünstigungen für landwirtschaftliche Projekte.

Eine Auswahl von Teilbereichen landwirtschaftlicher Möglichkeiten:

Getreide
• Große Mengen werden aus dem Südsudan und aus den Nachbarländern importiert, während die globale Nachfrage und die Preise steigen.
• Große, relativ wenig genutzte Flächen in den Auen entlang großer Flüsse bei ausreichenden Niederschlägen und viel Sonnenschein eröffnen neue
Marktchancen.
• Mehrere lokale und regionale Investoren entwickeln bereits kommerzielle Farmen, vor allem im Bundesstaat „Upper Nile“.
• Die wichtigsten Herausforderungen sind eine transparente und faire Landverteilung, eine vollständige Einbindung der lokalen Gemeinschaften und eine ausreichende Verkehrsinfrastruktur mit einem optimalen Zugang zu den Märkten.

Ölsaaten
• Große lokale und regionale Nachfrage nach Speiseöl, Futtermitteln und Brennstoffen bei einer weltweit boomenden Nachfrage und steigenden Preisen.
• Ideal für Palmöl-Produktion in südlichen äquatorialen Gürtel und für die Öl-Feldbestände entlang der nördlichen Flusstäler.

Zucker
• Weniger als 20% der lokalen Nachfrage: die meisten Nachbarländer sind Nettoimporteure, während die globale Nachfrage und die Preise nach oben gehen.
• Ehemalige Plantagen und Mühlen eignen sich für eine Rehabilitation. Es gibt Präzedenzfälle für erfolgreiche ausländische Direktinvestitionen in Ländern südlich der Sahara.

Gartenbau und Blumenzucht
• Hohe Niederschläge im “Grüngürtel” entlang der Grenze zu Uganda, die für einen Gartenbau mit Augenmaß und eine gewinnbringende Blumenzucht sprechen, und dies in einer kostengünstigen Entfernung von nur rund 100 km zum internationalen Flughafen Juba.
• Flächendeckender Anbau von tropischen Früchten möglich: Mango, Ananas, Avocado, usw.

Kaffee / Tee
• Kaffee- und Tee-Plantagen, die in den 1970er Jahren im Grüngürtel entstanden sind und während des Bürgerkriegs verlassen wurden, lassen sich wiederbeleben.
• Es gibt ein Potenzial für Investoren, Plantagen wieder aufleben zu lassen und in Kaffee-Waschstationen und Tee-Fabriken zu investieren.

Andere Kulturen
Sudan als Ganzes ist ein führender Exporteur von Sesam und Akaziengummi – hochwertige Kulturpflanzen vor allem im Nahen Osten.

Fischerei
• Zahlreiche große Flüsse, Seen und Auen bieten ein ideales Umfeld für Fischereierzeugnisse aller Art: Möglichkeiten zur Herstellung von jährlich bis zu 300.000 Tonnen.
• Da die traditionellen Bestände dezimiert sind, gibt es eine wachsende globale Nachfrage nach See- und Zuchtfischen.

Viehzucht
• 12 Millionen Rinder sowie 11 Millionen Schafe und Ziegen in den Bundesstaaten Upper Nile, Western Bahr el Ghazal und Eastern Equatoria.
• Sehr große Exportchancen bei Schafen und Ziegen mit einem Waren- und Handelswert von mehr als 40 Millionen Dollar, vor allem im Bereich lebende Tiere (Ausfuhren in den Nahen Osten), einer der größten Export-Kategorien nach dem Öl
• Traditionelle Arbeit großer Teile der Bevölkerung (mit ausreichenden Fertigkeiten)
• Große Flächen von bisher vernachlässigtem Land – ideal für den Betrieb von Ranches und für den Futtermittelanbau.

Forstwirtschaft
• Eine reichhaltige biologische Diversität (Biodiversität) und Wald-Plantagen haben zur Errichtung einer kleinen, aber wachsenden Sägeindustrie geführt.
• Natürliche Wälder und Waldgebiete bedecken 29 Prozent der gesamten Landfläche des Südsudan.