Nach der langen Zeit des Bürgerkriegs muss der Südsudan buchstäblich von Grund auf neu gebaut werden: das Straßen-und Schienennetz, Wohn- und Bürogebäude, Schulen, Krankenhäuser und andere Einrichtungen sowie der gesamte Banken- und Versicherungssektor bedürfen größter Aufmerksamkeit. Dabei liegt der Schwerpunkt bei der Gebergemeinschaft, der Regierung und vor allem bei gewerblichen Investoren.

Der Südsudan ist ein aufstrebender Markt. Vieles hat sich seit der Unterzeichnung des „Comprehensive Peace Agreement“ (CPA) im Jahr 2005 getan. Die Hauptstadt Juba zum Beispiel hat sich zu einem bemerkenswerten kommerziellen Zentrum entwickelt, vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbar, doch potenzielle Investoren müssen noch immer sehr geduldig sein, weil Regierung und andere Akteure nach wie vor die notwendige Infrastruktur schaffen müssen.

Die Regierung der Republik Südsudan (Government of South Sudan / GOSS) ist daher sehr daran interessiert, ein entsprechendes Investitionsklima im Land zu schaffen. So geht es darum, eine schnelle, unbürokratische und gesicherte Ansiedlung investitionswilliger lokaler und regionaler, jedoch auch ausländischer Unternehmen im Land durch die zuständigen Ministerien und Kommissionen zu erleichtern. Darüber hinaus organisiert man Messen, an denen sich immer mehr potenzielle Investoren beteiligen.

Die Regierung hat mittlerweile konkrete Schritte unternommen, um Investitionen im Land zu fördern, unter anderem durch die:
• Errichtung der „Southern Sudan Investment Authority“ (SSIA),
• Verabschiedung von Investitionsgesetzen mit klaren Richtlinien für Investitionen,
• Gleichbehandlung lokaler, regionaler und ausländischer Investoren,
• Verabschiedung spezifischer Gesetze zur Unterstützung von Investitionen, z.B. attraktive Steuerregelungen, Schutz des gewerblichen und geistigen Eigentums, glaubwürdige Garantie für die Rechtssicherheit bei Investitionen, freie Verfügung über Gewinne und Dividenden, Zollbefreiungen oder ein Minimum an Bürokratie.

Zu spezifischen Maßnahmen zur Förderung der Investitionsbereitschaft zählen:
1. Politik der Nichtdiskriminierung: ausländische Investoren dürfen investieren und Unternehmen in jedem Sektor im Südsudan führen;
2. Schutz vor Enteignungen: die Regierung garantiert das Verbot der Verstaatlichung von Unternehmen. Darüber hinaus wird kein Investor durch Gesetz oder anderweitig gezwungen, einen Teil des investierten Kapitals abzutreten;
3. Schutz des geistigen Eigentums: die Regierung schützt verbindlich das gesamte geistige Eigentum sowie die diesbezüglichen Rechte aller beteiligten Personen und Anleger. Warenzeichen, Urheberrechte, Patente etc. werden geschützt;
4. Garantierter Zugang zu öffentlichen Informationen: Investoren haben einen uneingeschränkten, direkten Zugriff auf alle Gesetze und Entscheidungen von Gerichten, anderen Justizeinrichtungen und im Umgang mit öffentlichen Informationsstellen;
5. Rückführung von Kapital, Gewinnen und Dividenden: Investoren haben das Recht, sich frei zu repatriieren, ihr Geld in frei konvertierbarer Währung auszuführen und die für sie günstigsten steuerlichen Möglichkeiten zu nutzen;
6. Gerichtliche Lösung von Streitigkeiten: benachteiligte Investoren haben freien Zugang zu den südsudanesischen Gerichten und sind auch frei, alternative, eventuell auch international anerkannte Streitbeilegungsverfahren zu wählen.